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Ilja KaganInterview-Formate

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Interview-Formate › Wissen

Wissen für Entscheiderinnen und Entscheider

Zeitzeugeninterviews
planen — von Anfang an richtig

Die Fragen, die uns vor jedem Projekt erreichen — mit ehrlichen Antworten. Wer selbst plant, hier oder mit uns, plant mindestens einmal weniger um.

Häufige Fragen

Wie werden Zeitzeugeninterview-Projekte kalkuliert?
Modulweise — von der einzelnen Interviewfolge (Vorgespräch, Drehtag, Schnitt, Untertitel, Erschließung) bis zur Serie mit Bildungsmodul. Jede Kalkulation wird auf Wunsch fördermittelfähig aufgebaut, also so, dass Sie sie als Kostenposition in einen Förderantrag übernehmen können. Alle Angebote sind netto zzgl. 7 % USt (§ 12 Abs. 2 UStG, künstlerisch-kulturelle Leistung); konkrete Zahlen besprechen wir im Erstgespräch.
Wie planen wir eine Interviewserie mit Fördermitteln?
Fördergeber wie die EVZ (Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft) oder Bundes- und Landesprogramme fördern Medienformate der historisch-politischen Bildung — antragstellend ist Ihr Haus als Träger, nicht der Produzent. Sinnvoll ist die Arbeitsteilung: Sie beantragen, ich liefere Kalkulationsbausteine, Ablaufplan und ggf. Referenzmaterial für den Antrag. Rechnen Sie mit etwa drei Monaten Vorlauf bis zur Antragsfrist. Förderer früherer Projekte meines Kontexts: unter anderem NRW-Stiftung, Sparkassen-Stiftungen und Bundesprogrammkontexte.
Welche Fragen gehören in ein Zeitzeugengespräch?
Fragen, die Biografie greifbar machen: Herkunft und Familie, Alltag vor dem Bruch, der Bruch selbst, Ankommen, Weitergeben an die nächste Generation. Wichtiger als jede Frage: offene Formulierungen, Schweigen aushalten und die protokollierte Person bestimmen lassen, wie weit sie geht. Ein Fragenkatalog als Grundlage stelle ich auf Anfrage zur Verfügung — er ist Teil jeder Produktion, auf Wunsch auch separat.
Wie lange dürfen Zeitzeugen-Interviews online stehen?
Genau so lange, wie protokolliert wurde. Jede Person braucht eine dokumentierte Einwilligung mit Geltungsbereich (Ausstellung, Web, Social Media) und Dauer. Wichtig zu wissen: Die Freigabe für die Ausstellung bedeutet nicht automatisch die Freigabe für die Website. Ich führe pro Projekt eine Freigabe-Matrix — so bleibt Ihr Haus nachweisbar sauber.
Wir haben ein Medienbüro — warum extern?
Der Engpass solcher Projekte ist selten die Technik, sondern der Zugang: Menschen, die vor keiner anderen Kamera erzählen würden, und die Erfahrung, diese Räume zu führen. Extern lohnt sich außerdem, wenn Solo-Produktion ohne Teamkosten gefragt ist oder wenn das Material archivfähig erschlossen werden muss. Mit Ihrem Medienbüro arbeite ich selbstverständlich zusammen — Übergabe in Formaten, die es weiterverarbeiten kann.
Können Angehörige Entscheidungen mittragen, wenn die protokollierte Person verstorben ist?
Ja, und das sollte von Anfang an eingeplant werden. Bei Material Verstorbener holen wir vor neuen Veröffentlichungen die Freigabe der Angehörigen ein — bis zehn Jahre nach dem Tod ist deren Zustimmung rechtlich vorgesehen, und darüber hinaus ist es schlicht die richtige Haltung. Rechnen Sie dafür Zeit ein; ich bin mit diesen Abläufen vertraut.

Kurz geplant: die drei klassischen Fehler

1. Erst drehen, dann Rechte

Wird die Einwilligung nach dem Drehtag verhandelt, ist die Verhandlungslage schlecht. Rechte gehören vor dem ersten Kamerablick auf den Tisch — mit Geltungsbereich und Dauer.

2. Ausstellung und Web vermischt

Filme, die für den Monitor in der Ausstellung geschnitten sind, funktionieren online selten — rechtlich wie dramaturgisch. Web braucht eigene Fassungen und eigene Freigaben.

3. Material ohne Erschließung

Wer nur Dateien bekommt, verliert den Kontext — und damit die Zitierfähigkeit. Erschließung (Person, Ort, Datum, Rechte) ist kein Luxus, sie ist die Voraussetzung für dauerhafte Nutzung.

Noch offene Fragen?

Sie können mich einfach fragen — auch ohne konkretes Projekt. Antwort in der Regel innerhalb von zwei Werktagen.